Die 50er Jahre – ein Jahrzehnt das geprägt hat
Kaum eine Dekade hat die Gesellschaft und das Leben so sehr geprägt, wie die 1950er Jahre. In ihnen wurden wichtige Grundsteine für die Zukunft gelegt.
Wir wollen die Erinnerungen an dieses aufregende und wichtige Jahrzehnt wieder in das Gedächtnis rufen!
Politik
BRD
Die Bundesrepublik Deutschland steckte noch in den Kinderschuhen und begann sich langsam von den Zerstörungen des sinnlosen und leidbringenden 2. Weltkriegs zu erholen. Mit dem bereits 1949 gewählten ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem designierten Bundespräsidenten Theodor Heuss begann der Aufbau von Freiheit und Demokratie Die „Ära Adenauer“ überdauerte die gesamten 50er und endete erst in den frühen 60er Jahren.

Dank des „Marshall-Plans“ und der großen Unterstützung der Alliierten befand sich das Land in einem wahren Rausch, und schuf eine solide Basis um auf das Wirtschaftswunder zuzusteuern.
Auch in anderen Ländern der Welt überschlugen sich die Ereignisse.
United Kingdom
Im Jahre 1952 erklomm die heute noch in Ihrem Amt befindliche Queen Elizabeth II. den englischen Thron und wurde somit Königin des United Kingdom und des Commonwealth.
USA
1955 gilt als die Geburtsstunde der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten. Als ein Kämpfer gegen die damalige Rassentrennung ging Martin Luther King in die Geschichtsbücher ein und gilt auch heute noch als ein Symbol für den Kampf gegen Diskriminierung und Verfechter des Gedankens der Gleichberechtigung in den USA.
Sport
Doch nicht nur politisch gesehen war diese atemberaubende Dekade eine Zeit voller Überraschungen. Vielen dürfte im sportlichen Bereich das „Wunder von Bern“ ein Begriff sein. Die Deutsche Fußballnationalmannschaft errang als absoluter Außenseiter im Austragungsland Schweiz überraschend den WM-Titel. Dies löste im Heimatland eine wahre Welle der Euphorie aus und legte den Grundstein für die fanatische Fußballbegeisterung, die wir auch heute noch erleben. Deutschland ist Fußball-Land.
Musik
Wer an die 50er-Jahre denkt, dem fallen bestimmt spontan zwei Dinge ein, wenn er den Bereich der Musik betrachtet: der Rock’n’Roll und Petticoats! Während der kometenhafte Aufstieg von Elvis Presley, dem „King of Rock“, nicht zu bremsen war und dieser mit seiner Stimme und den für damaligen Zeiten sehr gewagten und anrüchigen Hüftschwüngen besonders die Mädchen- und Damenwelt in ekstatische Verzückung brachte, ebnete er mit dem Rock’n’Roll den Weg für weitere Musik-Genres, die sich aus diesem Stil ableiteten. Den Rock, Hardrock, Heavymetal, Grunge, Speedmetal, Thrashmetal und einige Ableger mehr. Die Rock’n’Roll-Hysterie schwappte sehr schnell durch unzählige Länder der gesamten Welt. Auch in Deutschland wuchs die Zahl der Fanatiker rasant an. Denn Amerika galt vielen Jugendlichen in der BRD als großes Vorbild und als ein zuverlässiger Trendsetter. So einige deutsche Musikern versuchten auf die Welle aufzuspringen, die Elvis erfolgreich ins Rollen brachte.
Wobei es zum Beispiel ein Peter Kraus höchstens zur Bekanntheit innerhalb des eigenen Landes gebracht hatte und sich im Endeffekt niemand mit dem wahren „King of Rock“ auch nur annähernd messen konnte. Von daher war es auch nicht verwunderlich, dass die deutschen Teenager neben dem Musikstil auch gerne die Kleidung imitierten. Der legendäre Petticoat gehörte in beinahe so vielen Schränken der Damen und Mädchen zur Grundausstattung, wie die selbstgedrehten Zigaretten in den Gesichtern der fleißigen Stahlarbeiter. Bei den jungen Männern gab es natürlich ebenfalls gewisse Vorlieben, was das Outfit und das Styling anging. So verließ niemand, der etwas auf sich hielt, die Wohnung, ohne sich seine „Haartolle“ nicht perfekt frisiert zu haben. Am liebsten in Kombination mit einer schmissigen Lederjacke. Womit wir auch zu einem weiteren interessanten Thema kommen. Der Mode.
Mode
Denn man kann natürlich nicht für die Allgemeinheit sprechen, wenn von Dingen wie Petticoat & Co. die Rede ist. Zwar galt dies für einen großen Teil der Jugendlichen, jedoch nicht für die restliche Bevölkerung. So setzte die modebewusste Damenwelt zunächst auf klassische Kleider, die im Laufe der Zeit zusehends mehr die Figuren betonten. Schon in den frühen 50ern konnte man auf dem Markt viele Marken erhalten. Dies galt für die Männer- wie auch für die Frauenmode. In der Regel trug man als Frau unter den Kleidern verschiedene Korsagen, um eventuelle Problemzonen geschickt zu kaschieren. So erlangte der Künstler und Modedesigner Christian Dior Berühmtheit, der Anfang der 50er Jahre mit innovativen Designs und eleganten Kleidermodellen für Aufsehen, und auch kontroverse Diskussionen sorgte.
Der Name Dior ist auch heute noch vielen Menschen ein Begriff, wenn es um Produkte im Bereich der Fashion und edle Parfüms geht. Im Gegensatz zur modernen Frau kleidete sich der Mann hingegen zunächst weiterhin klassisch. Er bevorzugte den soliden Anzug (bestehend aus Hose, Sakko, Hemd und Krawatte), der in eher biederen Farbtönen gehalten war. Auch trug er grundsätzlich einen Hut, wenn er Haus und Heim verließ. Was wir heute höchstens noch bei sehr alten Menschen sehen, das gehörte zur damaligen Zeit zu einer Selbstverständlichkeit. Doch da so mancher „verstaubter“ Trend ja oftmals den Weg in die heutige Zeit findet, so ist es nicht auszuschließen das wir in Zukunft nicht wieder begeisterte Hutträger in der Öffentlichkeit bewundern dürfen.
Dies war nur ein kleiner Auszug an Ereignissen und Erinnerungen. Jeder, der in dieser Dekade lebte oder aufwuchs, wird seine spezielle Sicht der Dinge haben. Auch wenn es nicht immer einfach war sich durch die Nachwehen des Kriegs zu kämpfen, so war es doch ein großartiger Neuanfang, der so manche wegweisende Wirkung für die nachfolgende Zukunft hatte…